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MAGAZIN

OCC ist seit über 30 Jahren fester Bestandteil der sogenannten Szene: Hier tummeln sich die Fachleute und Fans von historischen und modernen Klassikern. Freuen Sie sich an dieser Stelle auf stets frische Nachrichten, Auktionsberichte und Tipps rund um Ihr Liebhaberfahrzeug sowie Vor- und Rückschauen zu Veranstaltungen.

Und dann kam Tschechien: Ein Erfahrungsbericht von der Sachsen Classic 2018.
26.09.2018

OCC-Mitarbeiterin Hilke Hildebrandt hat vom 23. bis 25. August 2018 als Beifahrerin von OCC-Geschäftsführer Carsten Möller an der Oldtimerrallye Sachsen Classic teilgenommen. Wie es ihr dabei ergangen ist und warum Kommunikation mit Handzeichen vielleicht doch ein Schulfach werden sollte, lesen Sie hier:    

 

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Neue Rallye, neues Glück – sollte man meinen. Auch in diesem Jahr konnte mein Gehirn meinen Körper nicht davon abhalten den Arm hochzureißen, als mein Chef, OCC-Geschäftsführer Carsten Möller, bei einem Meeting die Frage in den Raum warf, wer eine Rallye in Sachsen mit ihm fahren möchte.

Ich mag es, unterwegs zu sein, ich liebe tolle Autos und die Stimmung auf Rallyes reißt mich immer wieder mit. Logischerweise lasse ich mir so eine Chance nicht entgehen. Ob ich die Nahtoderfahrung – eine Rallye mit meinen Chef zu fahren – nochmal wiederholen sollte, lässt mich jedoch zweifeln. Im letzten Jahr bestritten wir gemeinsam die AvD Histo-Tour, bei der sich schnell zeigte, dass ich mich unbedingt vom Kartenlesen fernhalten sollte. Oder um es mit den Worten von Carsten Möller zu sagen: „Die einzigen Momente in denen wir uns nicht verfahren haben, waren die auf den Rennstrecken.“ Aber das ist eine andere Geschichte. (Wer Sie nachlesen möchte, darf sich gerne in den Magazinartikel klicken: Zum Artikel)   

Also wurde ich als Beifahrerin vermerkt und machte mich schließlich am Mittwoch, den 22. August, auf den Weg nach Chemnitz. Dort nahmen Carsten Möller und ich unseren Rallye-Leihwagen vom V8-Werk, ein Ford Mustang Cabriolet (Baujahr 1966) in Raven Schwarz mit 190 PS und einem 3-Gang-Automatikgetriebe entgegen. Denn der OCC Mustang, den wir 2017 aus den USA importierten, um ihn gemeinsam mit dem Deutschen Oldtimer Club aufzuarbeiten, ist derzeit noch in 1000 Teile zerlegt. (Klicken Sie hier, um zum Artikel zu gelangen.)

 

Carsten Möller und sein neues Feature

Am Donnerstagmittag startete nach der technischen Abnahme die erste Etappe über rund 100 Kilometer. Das Roadbooklesen mit Chinesenzeichen war im Vergleich zum Kartenlesen eine wahre Erlösung. Meine Leistung als Beifahrerin war möglichweise nicht perfekt – man muss ja auch mal in die Gegend schauen – aber alles in allem kamen wir gut klar.

Als nach und nach die Ergebnisse der Wertungsprüfungen per SMS eintrudelten, stellten wir fest, dass wir auf wundersame Weise wirklich gut waren: In der ersten Wertungsprüfung, bei der es sich um eine verschachtelte Doppel-WP handelte, erreichten wir eine Abweichung von -0,03 Sek. in Ziel A und 0,05 Sek. in Ziel B. Die Gesamtpunktzahl von 8 Punkten katapultierte uns auf den ersten Platz in unserer Klasse und Platz 3 in der Gesamtwertung. Mir war zwar nicht klar, woher mein Chef auf einmal die Fähigkeit erlangt hatte, nahezu perfekt eine WP zu durchfahren, aber sein stolzes Kichern machte deutlich, dass er sich – ebenfalls etwas erstaunt – sehr über dieses neue Feature seines Daseins freute. Das Tagesergebnis schlossen wir mit dem, für uns sehr guten, 44 Platz in der Gesamtwertung. Damit war klar: Wir hatten Blut geleckt!

Und so fuhren wir hochmotiviert am zweiten Rallyetag um 09:09 Uhr durch den Startbogen der Sachsen Classic auf dem hübschen Zwickauer Marktplatz. Der Tag lief gut an, unsere beste WP am Vormittag war erneut eine Doppel-WP die Carsten Möller mit Abweichungen von A 0,16 Sek. und B 0 (!) Sek. absolvierte. Bis hierhin lief alles bestens.

 

Und dann kam Tschechien.

Als wir den Grenzkreisel durchquerten erschlugen uns gefühlte 100 Souvenirshops, die Artikel wie Schuhe, Schals, Puppenwagen und Holzfiguren bis an den letzten Zentimeter des Gehwegs aufgereiht hatten. Ein wenig verwirrt von diesem Anblick fiel uns weniger auf, dass die anschließende Strecke ins landschaftliche „GARNICHTS“ überging. Beim nächsten Wimpernschlag fand ich mich plötzlich im wunderschönen Kurort Karlsbad (Karlovy Vary) wieder. Bei dem Anblick dieses tollen Städtchens mit all seinen majestätischen Bauten wäre ich am liebsten sofort ausgestiegen, hätte mich in ein langes Ballkleid geworfen und die Straßen erkundet. Aber: Wir sind auf Rallyemission!

Die nächste Zeitkontrolle lag am gar nicht mal so hübschen Stadtrand von Karlsbad. Wie viele andere machten wir dort eine kurze Pause, die wir für einen Spaziergang ums Auto und Mitstreitergespräche nutzten. Als wir wieder starten wollten, nahm das Unheil seinen Lauf: Von einer Sekunde auf die andere ließ sich der Mustang nicht mehr starten. Er machte nicht den Hauch von einem Mucks, wenn man den Schlüssel drehte. Der Pannendienst vom ADAC, der nur wenige Meter entfernt parkte, nahm sich dem Problem mit sächsischer Ruhe an, während Carsten Möller und ich schon unsere Felle davonschwimmen sahen. Nach der einen oder anderen Fehlanalyse wurde das Pony fremdgestartet und wir fuhren weiter. Die Mittagsrast verkürzten wir aufgrund der nun erlangten Zeitprobleme auf eine kurze Pipi-Pause, um festzustellen, dass unser Cabrio erneut nicht anspringen wollte. Gleich mehrfach wurden wir vom ADAC, der uns nicht mehr von der Seite wich, fremdgestartet.

 

Ist hier dieses „Mitten in der Pampa“?

Und so standen wir da. In Tschechien. An der Kreuzung. Und mein Chef war sauer, nicht nur ein bisschen. Während er in der Warteschleife des ADAC hing, beschloss er kurzerhand, dass wir am besten noch am gleichen Abend abreisen sollten, weil das alles keinen Sinn mehr hätte. Als uns endlich die Information erreichte, dass in ca. zwei Stunden ein einheimischer Abschleppunternehmer käme, um uns zum Hotel zu bringen, waren bereits die ersten eineinhalb Stunden Wartezeit vergangen. Folglich verschlechterte sich die Ausgangslage weiter: Die Möller-Nerven wurden dünner.

Auf freundliche Empfehlung unternahm ich einen Spaziergang durchs Dorf, um eine kleine Stärkung aufzutreiben. Und tatsächlich verbarg sich in einem der zerflatterten Häuser ein liebevoll sortierter Tante-Emma-Laden mit allem was das Herz begehrt. Nachdem ich die Auswahl inspiziert hatte, fragte ich an der Kasse zunächst auf Englisch und dann auf Deutsch, ob ich in Euro zahlen könne. Als der fragende Blick der Verkäuferin unverändert blieb, wedelte ich mit einem 20 Euro schein, der mir ein Nicken als Antwort einbrachte. Zeichensprache klärt. Gesegnet von unendlich viel Zeit, nach der man sich allzu oft sehnt, schlenderte ich zurück zum Auto und fragte brav ab, welche Snacks ich meinem Fahrer erwerben soll.

Nach der Stärkung wurde Carsten Möller etwas genügsamer, doch die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Normalerweise ist Essen eine tolle Bestechung. Für diese Extremsituation schien es aber nicht auszureichen. Also dachte ich nach. Was könnte die Stimmung optimieren? Die Antwort lautet: Zocken! Der Chef gewinnt gerne!

Und so lud ich sowohl auf mein Handy als auch auf sein Tablet die App „Quizduell“ herunter und wir duellierten uns mit unserem unbändigen Wissen, bis nach insgesamt fast vier Stunden tatsächlich der Abschleppdienst kam und unser Pony verlud. Die eineinhalb Stunden Fahrt nach Zwickau nutzten wir natürlich für weitere Quizduell Matches. Ich konnte übrigens genau ein Spiel für mich entscheiden. Das Stimmungsbarometer war dem Höhenflug also wieder nahe.

 

Weiter geht´s!

Fast zeitgleich mit uns erreichte am Abend ein Mechaniker des V8 Werks unser Hotel in Zwickau und machte sich direkt ans Schrauben. Lichtmaschine, Batterie, Magnetschalter usw. wurden getauscht. Und so standen wir tatsächlich auch am Samstag pünktlich um 09:09 Uhr unter dem Torbogen, um auch die letzte Etappe in Angriff zu nehmen.

Und Carsten Möller zauberte weiter: Lässt man außen vor, dass der Mustang in der zweiten WP noch einmal ausging, womit uns die volle Strafpunktzahl traf, lief mein Fahrer in den Prüfungen erneut zu Höchstform auf. In einer WP am Mittag, die direkt zwei geheime WP´s enthielt, wodurch auch ich tatsächlich mal ackern musste, kamen wir auf folgende Abweichungen: WP Abw. A 0,01, Abw. B 0,14 / GWP I Abw. 0,05 /GWP II Abw. A 0,02. In der Gesamtplatzierung brachten uns diese Ergebnisse die Plätze 15, 14 und 3 ein. Wir waren wieder auf Kurs!

 

DIE letzte WP

Durch den Totalausfall war unsere Gesamtpunktzahl zwar unterirdisch, aber die letzten Prüfungen wollten trotzdem gerockt werden. Also begann ich langsam aber sicher Druck aufzubauen. Denn die letzte Wertungsprüfung sollte unsere werden. So ein kleiner WP-Sieg zum Abschluss wäre doch eine annehmbare Entschädigung, oder? Somit betonte ich meinen Siegeswillen parallel zu nahezu jedem Navigationsbefehl. Ganz im Gegensatz zu mir, wird Carsten Möller nämlich ernsthaft motivierter, je mehr Prüfungsdruck ihn stresst.

Und endlich kam sie, die – heute legendäre – letzte WP: „Bist du bereit?“, „Ja!“. Ich startete die App. Carsten fuhr hochkonzentriert los, wir bogen um die Kurve und ich sah die beiden Lichtschranken für Ziel A und B unmittelbar vor uns. Die App zeigte jedoch, dass wir noch über 20 Sekunden Zeit hatten. Das konnte nicht stimmen. Verdammt! „Carsten, ich habe die falsche Prüfung gestartet… “. „Das ist nicht dein Ernst oder?“

Für etwa zehn Minuten herrschte eine beunruhigende Stille in unserem Musclecar. Ich hatte es versaut, gänzlich. Die Wut auf mich selbst war furchtbarer zu ertragen als die verachtende Empörung, die meinen Chef zum Stillschweigen brachte. Ich hätte gerne argumentiert, dass es mit mir nie langweilig wird. Doch es war keine Zeit für Scherze. Diesmal war Carsten begründet sauer und ich hielt nach einer Entschuldigung lieber die Klappe.

 

Die Zeit heilt alle Wunden

Am Abend fuhren wir trotz allem glücklich durch das Ziel der Sachsen Classic 2018 in Chemnitz. Dass sich unsere Wertung nicht sehen lassen konnte, war halb so wild, denn es war eine tolle Rallye in schöner Landschaft, die wirklich klasse organisiert war. Wir schicken einen herzlichen Dank an die Veranstalter der Motor Presse Stuttgart und den Organisationsleiter Harald Koepke.

 

Mein persönlicher Dank gilt zudem den Machern der Quizduell-App :)

 

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